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Aus dem Leben der ältesten Baden-Württemberger

Aktivitäten des jungen Vereins Homo heidelbergensis von Mauer e.V.

Günther Riedling erklärt die Merkmale verschiedener Urmenschen so spannend, dass seine jüngsten Zuhörer sogar vergessen, ihre Fahrradhelme abzunehmen. Foto: U. Bielert

Günther Riedling erklärt die Merkmale verschiedener Urmenschen so spannend, dass seine jüngsten Zuhörer sogar vergessen, ihre Fahrradhelme abzunehmen. Foto: U. Bielert

Mit einem Grabwerkzeug wird ein Loch im Boden ausgehoben. Danach kleidet es Marcel Bernhardt mit dem Fell eines Schafes aus. Der auf diese Art hergestellte Suppentopf erhält eine Füllung aus Wasser und Fleischstücken des Schafes. Zum Erhitzen nimmt Bernhardt heiße Steine, die vorher in einem Feuer lagen. Nach ausreichender Garzeit darf dann das interessierte Publikum probieren. Das Urteil der zunächst skeptischen Tester ist einstimmig: Fleisch und das speziell zu diesem Anlass gebackenes Brot schmecken hervorragend. Mit dieser und anderen Vorführungen aus der experimentellen Archäologie und Paläoanthropologie wurde Tausenden von Besuchern drei Tage lang Einblicke in die spannende Geschichte des Ursprungs der Menschen und in deren urzeitlichen Alltag gewährt.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Landesjubiläum und Stadtgeburtstag organisierte das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe einen "Geo-Park" im und um das Museum. Ein Schwerpunkt hierbei waren die Präsentationen des Vereins "Homo heidelbergensis von Mauer e.V." aus Mauer. Sowohl in der Schausammlung, die zu dem Anlass großzügig freigeräumt wurde, als auch auf dem Freigelände wurden über drei volle Tage von über 20 engagierten und hochmotivierten Vereinsmitgliedern Informationen und Aktionen zum Thema Urmenschen geboten. Im Museum gab es Poster zu verschiedenen Themenbereichen, wie zum Beispiel Stammbaum, Ur-Neckar oder Kleinsäger zu sehen. Sie wurden durch Vitrinen mit Fossilien aus Mauer und Umgebung, die normalerweise im Magazin des Naturkundemuseums liegen, ergänzt. Das war zwar sehr interessant, kam aber an die Wirkung, die die aus dem Urgeschichtlichen Museum im Rathaus von Mauer mitgebrachten vielen Schädel-Abgüsse verschiedenster Urmenschen erzielten, nicht heran.

Wenn dann noch Günther Riedling begann, die Unterschiede und charakteristischen Merkmale zu erklären, konnte er sicher sein, dass niemand so schnell weiterging. Dass er jedoch bis um zwei Uhr nachts mit Fragen gelöchert wurde, war nicht vorauszusehen gewesen. Auch mit Besuchern aus berühmten Hominiden-Fundstellen Südafrikas konnte nicht gerechnet werden, die freudige Überraschung über das Zusammentreffen war natürlich auf beiden Seiten umso größer. Handgreiflich wurde es im wahrsten Sinne des Wortes bei den Demonstrationen im Außenbereich. Die Herstellung von Steinwerkzeugen durch Prof. Clemens Eibner fand sofort Nachahmer, die unter seiner Anleitung recht schnell gebrauchsfähige Schneidewerkzeuge fabrizierten.

Sie kamen auch gleich zum Einsatz, indem sie zum Schnitzen von Speeren benutz wurden. Mit diesen und bereits vorgefertigten Speeren, identischen Nachbauten von echten Urmenschen-Speeren und einem modernen Damenspeer ging es dann auf die Jagd. Ziel war ein Styroporblock mit einem großen, aufgeklebten Bild eines Waldelefanten. Mit einiger Übung gelangen recht schnell gute Würfe und man hatte fast den Eindruck, dass Prof. Hermann Rieder, der für die fachgerechte Unterweisung sorgte, nach Speerwerfer-Nachwuchs Ausschau hielt.Seiner Meinung nach haben "seit Jahrtausenden nicht mehr so viele Karlsruher mit dem Speer hantiert". Die bereits erwähnte Vorführung des Kochens im Erdloch rundete die Aktivitäten unter freiem Himmel ab.
Vor dem Werfen beschreibt Prof. Rieder die Eigenschaften der Speere und ihre Handhabung ganz genau. Dass einige Speere zerbrachen war jedoch unvermeidlich. Foto: V. Liebig
Vor dem Werfen beschreibt Prof. Rieder die Eigenschaften der Speere und ihre Handhabung ganz genau. Dass einige Speere zerbrachen war jedoch unvermeidlich. Foto: V. Liebig
Nach offiziellen Angaben waren in drei Tagen rund 400 000 Gäste in Karlsruhe und davon fast 30 000 im Naturkundemuseum. Die Publikumsreaktionen haben gezeigt, dass die Erforschung des Ursprungs der Menschheit immer noch ein für Laien und Wissenschaftler gleichermaßen spannendes Thema ist. Somit war das Ganze ein voller Erfolg und der Kraftakt hatte sich gelohnt. Es war bereits die dritte Aktion des Vereins in diesem Jahr, dem ersten Jahr seines Bestehens. Die Beteiligung an der "Langen Nacht der Museen" im Museum des Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg im März und am Tag der offenen Tür im Urgeschichtlichen Museum im Rathaus von Mauer im Mai war die Pflicht, die drei Tage aktive Präsenz in Karlsruhe die Kür. Glücklicherweise war, im Gegensatz zu den beiden Veranstaltungen davor, die Vorbereitung diesmal erheblich leichter. Im Sitz und Informationszentrum des Vereins, im Heid´schen Haus in der Bahnhofstraße 4 in Mauer, kann seit einigen Wochen ohne wesentliche Einschränkung gearbeitet werden. Dank der großzügigen Unterstützung der T-Systems Nova GmbH in Darmstadt war es möglich, das Haus vollständig zu möblieren.

Diese Ausstattung wird sich auch bei den Vorbereitungen zur nächsten großen Aktion, der Feier anlässlich der fünfundneunzigsten Fundwiederkehr des Unterkiefers des Homo heidelbergensis von Mauer wieder positiv bemerkbar machen. Sie finden am 18. Oktober statt, drei Tage vor dem eigentlichen Termin. An diesem Tag wird auch das Infozentrum offiziell seiner Bestimmung übergeben. Was allerdings noch fehlt, sind spezielle leistungsfähige Computer und Programme, um eine moderne, multimediale Informationsaufbereitung und -vermittlung vornehmen zu können. Für diese Anschaffungen ist der Verein jedoch auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen.

Zwei wichtige Erkenntnisse konnte man aus Karlsruhe mitnehmen: Erstens war man sich einig, dass es sich gelohnt hat und in ähnlicher Art und Weise nächstes Jahr in Heidelberg und Mauer wiederholt werden soll. Zweitens wurde eine völlig neue, unkonventionelle Deutung der Zahnlücke im Unterkiefer des Homo heidelbergensis formuliert. Zitat: " Er hat darin seine Pfeife eingeklemmt."

VL


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