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Interview mit dem Nußlocher Autor Ralph Llewellyn

Im Gespräch mit Fantasy-Autor Ralph Llewellyn

Wenn Ralph Llewellyn von fantastischer Literatur und ihren Möglichkeiten spricht, dann sprühen Funken der Begeisterung in seinen Augen und Euphorie schwingt in seinen Worten mit.Der Fantasy-Autor wurde 1960 in Colorado/USA geboren, wuchs jedoch in Heidelberg/Deutschland auf. Nach seinem Informatikstudium an der Universität in Karlsruhe schlug er zunächst eine wirtschaftliche Laufbahn ein. So ist er seit 1999 Gesellschafter und seit 2008 Geschäftsführer der TSL-Unternehmensberatung in Nussloch.Zum Schreiben gelang er 1989 durch das Verfassen und Veröffentlichen eines EDV-Lehrbuches. Weitere Fach- und Sachliteratur folgte bis 2005. Dann wandte er sich der fantastischen Literatur zu, für die er sich schon zu seiner Studienzeit interessierte. Seinen ersten Fantasy-Roman „Der dunkle Fürst“ veröffentlichte er im Frühjahr 2011 mit großem Erfolg. Nun, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Herbst 2011, präsentierte er den zweiten Teil seiner Synthia-Reihe „Der Kult“.

Herr Llewellyn, was fasziniert Sie an fantastischer Literatur und worin liegt für Sie der Reiz dieser Literatur?

Mich reizt generell das Spiel mit den Fantasien. Das Besondere liegt in den unbegrenzten Möglichkeiten der Darstellung von Geschichtsabläufen, Protagonisten sowie der Art und Weise, Werte, Weisheiten und lehrreiches Gedankengut unterzubringen. Wie in Fabeln und Sagen können Bilder aufbaut werden, die leichter auf Akzeptanz treffen und so zum Nachdenken anregen.

Sie schrieben zunächst Fach- und Sachliteratur. Wie kamen Sie zum Verfassen fantastischer Literatur?

Fachliteratur kann nicht verglichen werden mit dem kreativen Akt, eine Welt aufbauen zu dürfen. Ich habe mich in dem Bereich der Fachliteratur bewegt, weil ich Wissen weitergeben und geschäftlich ein Image aufbauen konnte.Die fantastische Literatur ist dagegen eine völlig andere Welt. Die Geschichten und Fiktionen werden aus der Sicht der eigenen Augen erzählt. Alles und jeder ist gefärbt durch das eigene Denken.

Ihre ersten beiden Fantasy-Romane erzählen die Abenteuer von Synthia: Welche Idee steht hinter Synthia?

In unserer modernen Gesellschaft, geprägt von Medien wie Fernsehen, Internet und diversen Casting-Shows, wird es Jugendlichen nicht leicht gemacht, ein realistisches und gesundes Selbstbild zu entwickeln, denn nicht jeder ist zum „Topmodel“ oder „Superstar“ geboren. Als Vater einer 15-jährigen Tochter kämpfe ich täglich gegen die Wirrungen der Pubertät.In meinem Roman geht es um Synthia, ein 13-jähriges Mädchen, das bestimmte Erkenntnisse und Fähigkeiten erlangen muss, um sich selbst, ihrem Vater und auch ihren neuen Freunden helfen zu können. So lernt sie, sich selbst zu akzeptieren, wie sie eben ist, ohne jemand anderes sein zu wollen. Außerdem muss sie erfahren, dass sie ihren Platz innerhalb der Gesellschaft selbst wählt. Es ist das Verstehen eigener Stärken, verbunden mit der Bereitschaft, diese für andere einsetzen zu wollen und zu können.

Sie sprechen von menschlichen Werten, die Sie durch Ihre Romane vermitteln möchten: Welche Werte sind das?

Der wichtigste Wert ist, sich ständig zu überprüfen, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und sich selbst zu erkennen suchen, was ungeheuer schwer ist. Es ist das offene Schauen in den Spiegel, den einem die Gesellschaft ständig vorhält. Es geht darum, dieses reflektierte Bild verstehen zu lernen, um so den Schlüssel zu sich selbst finden zu können.

Worin unterscheidet sich Ihre Art der Werte-Vermittlung im Vergleich zu anderer fantastischer Jugendliteratur

Ein klarer Unterschied zu anderer Jugendliteratur: Ich lasse dieses Mädchen, das NICHT der Zauberei mächtig ist, das KEINE Kämpferin ist und scheinbar auch KEINE besonderen Eigenschaften hat, die sie von anderen unterschiedet, durch eine ihr neue und fremde Welt laufen. Es ist ein Lehrpfad des Lebens, den sie durchläuft.

Den übermächtigen Gegner kann sie nur durch  Ehrlichkeit zu sich selbst und selbstbewusstes Handeln, das durch das Wissen um sich selbst erst möglich wird, bezwingen.

Auf der Frankfurter Buchmesse stellten Sie das Buchprojekt „Wer ist Synthia?“ vor. Warum möchten Sie die Leser zukünftig in die Entwicklung der Synthia-Reihe mit einbeziehen?

Der Leser soll mitwirken. Je mehr er in die Geschichte eingebunden wird, umso mehr hat er die Chance zu verstehen, worum es geht. Es soll die Authentizität, die Akzeptanz des Spiegelbildes gefördert werden. Erst dadurch entsteht eine zumindest ansatzweise Entkopplung von dem aufgesetzten: „So sollst du sein“, „nur als Superstar bist du jemand“ oder den vielen anderen modernen, medial geprägten Scheinwerten.

Als aktive Mitstreiter können sich die Jugendlichen auf einer anderen, sehr dynamisierten Ebene mit sich selbst ausleben.

Der Leser soll in Bewegung gesetzt werden, ehrlich zu sein. Er soll Menschen lieben in all ihren Eigenarten und mit all ihren Eigenheiten.

Über den Autor

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Siegfried Probst ist Betriebswirt für E-Business und Management aus Wiesloch

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